Nachdenken über GERHARD ZWERENZ

  • 13. November 2015

15:0017:00
Gerhard Zwerenz wurde am 3. Juni 1925 in Gablenz/Sachsen als Sohn eines Ziegeleiarbeiters und einer Textilarbeiterin geboren.
Er begann nach der Schulzeit eine Kupferschmiedlehre, meldete sich 1942 freiwillig zur Wehrmacht, nahm zwei Jahre lang am Zweiten Weltkrieg teil und geriet 1944 nach seiner
Desertion zur Roten Armee bei Warschau in sowjetische Kriegsgefangenschaft. 1948 kehrte er aus der Kriegsgefangenschaft in die damalige sowjetische Besatzungszone zurück.
 
Von 1953 bis 1956 Studium der Philosophie bei Ernst Bloch in Leipzig.
 
Von 1949 bis 1957 war Gerhard Zwerenz Mitglied der SED. Er wurde aus der SED ausgeschlossen und floh ein halbes Jahr später nach West-Berlin.
 
Ab 1956 arbeitete Gerhard Zwerenz als freiberuflicher Schriftsteller. Aus seiner Feder stammt eine Vielzahl Romane, Essays und Artikel. Beispielhaft seien hier nur genannt »Die Liebe der toten Männer«, eine romanhafte Gestaltung des Aufstandes vom 17. Juni 1953, und das 1988 erschienene Buch »Soldaten sind Mörder – Die Deutschen und der Krieg«, welches manchen Anlass zu juristischen Auseinandersetzungen gab, von Strafanzeigen bis zu Gerichtsprozessen
und Einstweiligen Verfügungen. Es wurde aber nie verboten. Gerhard Zwerenz wurde 1991 mit dem Alternativen Georg-Büchner-Preis geehrt.
 
Von 1994 bis 1998 war Gerhard Zwerenz über die offene Liste der PDS Mitglied des Deutschen Bundestages und gehörte 2009 zu den prominenten Unterstützern der Partei DIE LINKE.
 
Am 13. Juli 2015 ist Gerhard Zwerenz im Alter von 90 Jahren in Oberreifenberg/Taunus verstorben.
 
15.00 Uhr Begrüßung der Gäste und Eröffnung
Dr. Dietmar Bartsch, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE. im Deutschen Bundestag
 
Zur Person Gerhard Zwerenz
Gerhard Zwerenz – Abgeordneter und Revolutionär
Dr. Gregor Gysi, MdB

Gerhard Zwerenz – der undogmatische Literat
Eckhart Spoo, Journalist und Publizist
 
Gerhard Zwerenz – ein Nachruf
Otto Köhler, Schriftsteller und Autor
 
Lieder für Gerhard Zwerenz
Diether Dehm, MdB
 
17.00 Uhr Verabschiedung
Ort: Deutscher Bundestag, Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, Veranstaltungsfoyer