Der Fastenzeit folgt die Freudenzeit

Was haben Sie Ostern vor? Einen Spaziergang? Einen Marsch? Einen Kirchgang? Freuen Sie sich auf Osterfeuer und Osterlämmer oder, wie ich gemeinsam mit meinen Kindern und Enkeln, auf den Osterhasen und das Eiersuchen? Vor uns liegt das älteste und höchste Fest im Kirchenjahr. Das sollten wir respektieren, gegen den Trend, nahezu jeden Feiertag zu verkitschen und zu kommerzialisieren. Viele Bräuche werden seit Jahrhunderten gepflegt und die Gelehrten streiten um die Ursprünge. Sei’s drum. Ich freue mich auf und über Ostern als ein Fest in der Familie, auf die Begegnung mit anderen. Ungeachtet der persönlichen Anschauung der Welt können doch wir alle den Karfreitag als Moment des Innehaltens und Nachdenkens begreifen und die Ostertage als solche der Freude, in denen uns der Frühling, Licht und Wärme erbauen. Also: Tun wir, was uns und anderen gut tut. Tun wir es gemeinsam mit anderen. Feiern wir Ostern als Fest der Gemeinsinns, der gegenseitigen Achtung und Toleranz. Dabei blenden wir Elend und Unrecht nicht aus. Deshalb sind die Aktionen der Friedensbewegung so wichtig, deshalb habe ich gemeinsam mit zahlreichen Abgeordnetenkolleginnen und -kollegen aus fast allen Bundestagsfraktionen auch den „Osterappell zur Seenotrettung“ unterschrieben. Ertrinkenden zu helfen ist eine humanistische Selbstverständlichkeit. Und ausgerechnet in der Osterzeit erreichte uns die schlimme Nachricht vom Brand der Kathedrale Notre-Dame de Paris, die weltweit nicht nur Christen unendlich traurig macht.
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